"Hilf mir, es selbst zu tun."

Pädagogisches Konzept

Unser pädagogisches Konzept basiert auf dem „Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz“. Dieser wurde vom Marie Meierhofer Institut für das Kind im Auftrag der schweizerischen UNESCO-Kommission und des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz erarbeitet.

„Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung unterstützen die soziale, emotionale, kognitive, körperliche und psychische Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.

Wir lassen bei unseren Kleinstkindern die Emmi-Pikler-Pädagogik einfliessen.
„Vertraue darauf, dass ich es kann, oder schenk mir dein Vertrauen.“ (Emmi Pikler)

Im Tagesablauf wird zeitweise Montessori-Spielmaterial eingesetzt und ihr Leitsatz umgesetzt.
„Hilf mir, es selbst zu tun.“ (Maria Montessori)
In unserer Kita wird jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen und in seiner individuellen Entwicklung begleitet.

Wir pflegen einen respekt- und liebevollen Umgang mit dem Kind, nehmen seine Bedürfnisse und Interessen wahr und bieten ihm Raum zum Entdecken, Experimentieren und Lernen.

Der Kinderpunkt soll ein Ort sein, an dem sich die Kinder und Eltern gleichermassen wohl
und aufgehoben fühlen.
In der Gruppe lernen die jüngeren von den älteren Kindern und umgekehrt. Sie üben die soziale Interaktion, lernen Konflikte auszutragen, Lösungen und Kompromisse zu finden und in einen Dialog miteinander zu treten. Es werden Freundschaften geschlossen und Spielorte gemeinsam gestaltet. Ideen werden ausgetauscht, übernommen und weiterentwickelt. Es wird beobachtet, nachgeahmt und angepasst. Dieses gemeinsame Lernumfeld schliesst Gruppenerlebnisse ein und stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit. Im Gruppenalltag wird die soziale und emotionale Entwicklung gefördert. Die Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und das Verständnis für jüngere und schwächere Kinder werden entwickelt.

Im Kinderpunkt Oberdiessbach führen wir eine altersgemischte Gruppe mit 18 Kinder im Alter von 4 Monaten bis zum Schuleintritt.

Im Kinderpunkt Kiesen führen wir eine altersgemischte Gruppe mit 12 Kindern im Alter von 4 Monaten bis zum Schuleintritt.
Wir vermitteln den Kindern Geborgenheit und Sicherheit, indem wir präsent, aufmerksam, geduldig sind und Anteil nehmen.

PRÄSENZ: Wir sind für die Kinder da, hören ihm aktiv zu und schenken ihnen Wertschätzung.

AUFMERKSAM: Wir beobachten die Kinder, nehmen ihre Gefühle und Bedürfnisse wahr.

GEDULD: Wir lassen die Kinder ausprobieren, entdecken, forschen und üben.

ANTEIL NEHMEN: Wir respektieren die unterschiedlichen Gefühle der Kinder und unterstützen sie, diese auszudrücken.

Die Kommunikation mit den Kindern ist wertschätzend und anerkennend. Wir hören aktiv zu und stellen anregende Fragen. Der Tonfall ist liebevoll und ruhig. Die Mimik stimmt mit dem Gesagten überein und die Körperhaltung ist den Kindern zugewandt. Wenn wir mit den Kindern reden, begeben wir uns auf Augenhöhe mit den Kindern.
Grenzen und Regeln sind wichtige Rahmenbedingungen für die kindliche Entwicklung. Klar und verständlich formulierte Grenzen und Regeln geben den Kindern einen sicheren Rahmen, in dem sie sich frei bewegen können. Wir legen Wert darauf, die Regeln und Grenzen regelmässig zu hinterfragen und zu überarbeiten.
Wir respektieren die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz.
«Kinder lernen im Spiel und spielen beim Lernen» (Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz)

Wir stellen eine anregende Lernumgebung bereit, in der die Kinder selbständig spielen und experimentieren können. Das Freispiel steht im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit.

Das freie Spiel ermöglicht dem Kind, sich nach seinen Bedürfnissen zu beschäftigen, indem es selbst entscheidet, was es spielen möchte, mit wem und wo. Das freie Spiel ermöglicht dem Kind die Auseinandersetzung mit sich und seiner Umwelt. Es kann Neues entdecken, seine Fähigkeiten ausprobieren und entwickeln. Der Umgang mit Freude, Spass, Vergnügen, Wut und Schmerz kann im Freispiel erfahren werden. Die Erzieherinnen nehmen eine beobachtende Rolle ein und halten sich im Hintergrund. Falls nötig geben sie Impulse oder Hilfestellung. Sie bieten den Kindern jederzeit Rückzugsorte, wo sie ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Abgrenzung nachkommen können. Den Kindern stehen vielseitige Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Drinnen und draussen können die Kinder selbständig verschiedene Bewegungsangebote nutzen.
Kinder sind von Geburt an kompetent, aktiv und wissbegierig. Frühkindliche Bildung heisst selbständig sein, erkunden, fragen, beobachten und kommunizieren. Im Kinderpunkt ist es uns ein grosses Anliegen, jedes Kind individuell in seiner Entwicklung zu begleiten. Dazu dienen uns die Bildungs- und Lerngeschichten (BULG), ein ressourcenorientiertes Beobachtungs- und Dokumentationsinstrument für kindliche Fähigkeiten und Lernfortschritte. Bevor wir eine solche Bildungs- und Lerngeschichte verfassen, beobachten wir das Kind im Kita Alltag. Dabei erfassen wir die Stärken und Fähigkeiten des Kindes. Die Erzieherinnen analysieren die Beobachtungen in Teamgesprächen und schreiben eine Lerngeschichte für das Kind.. Anhand dieser Beobachtungen wird ebenfalls in der Gruppe besprochen, was das Kind braucht, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu gehen, bzw. um sich weiter zu bilden. Dem Kind wird ein anregendes Spielangebot gemacht, das es selbstständig nutzen kann.


Die Lerngeschichte gibt Informationen über die Interessen, Potenziale und Fähigkeiten der Kinder. Jedem Kind wird seine persönliche und ressourcenorientierte Lerngeschichte vorgelesen und danach in seinem Ordner abgelegt. So entwickelt sich ein Austausch mit dem Kind und es entsteht ein dialogisches Lernen. Ganz besonders wichtig ist dabei die Stärkung der Selbstwirksamkeit des Kindes zu fördern. Die Kinder zeigen viel Freude und Interesse an ihren Lerngeschichten, schauen sich diese oft an und fragen auch nach.

Aktivitäten sind geführte Sequenzen, in denen sich die Kinder in verschiedenen Kompetenzbereichen ausprobieren können. Sie entstehen aus Beobachtungen der Kindergruppe und werden geplant und zu einem spezifischen Zeitpunkt angeboten. Im Vordergrund steht die Freude, gemeinsam etwas zu schaffen. Solche Aktivitäten sind z.B. verschiedene Lieder lernen, Bewegungsspiele, gemeinsam musizieren, Gestalten und Malen, Pflanzen, Bauen mit verschiedenen Materialien. Das Kind entscheidet selbst, ob es an der Aktivität mitmacht. Es kann jederzeit aussteigen.
Im Tagesablauf der Kita sind wiederkehrende Rituale und Abläufe wichtig. Sie bieten den Kindern Sicherheit und Orientierung. Die festen Bereiche umfassen die Essens-, Schlafens und Wickelzeiten, sowie das Zähneputzen und den Morgen- und Mittagskreis.

Genauso wichtig wie die gleichbleibende Tagesstruktur sind auch die «freien Zeiten», in denen das Kind wählen kann, was es tun möchte. So kann es nach seinen Bedürfnissen entscheiden und selbstwirksam sein. Es fällt ihm auch leichter, sich in die fixen Abläufe hineinzuschicken.
Die Betreuung von Babys erfordert spezielle Achtsamkeit und einen besonders feinfühligen Umgang.
Die Erzieherinnen orientieren sich am individuellen Essens- und Schlafrhythmus des einzelnen Babys. In Absprache mit den Eltern versuchen wir nach Möglichkeit die bereits erprobten Einschlafrituale von zu Hause in der Kita anzuwenden. Kinder weinen nicht ohne Grund. Die Erzieherin nimmt das Kind zu sich und gibt ihm den nötigen Körperkontakt.

Uns ist wichtig, dass die Babys einen ruhigen Platz haben, wo sie vor Lärm und Hektik geschützt sind. Deshalb werden mittels flexibler Raumteiler ruhige Babyecken geschaffen.
Durch Bewegung lernt das Kind seinen Körper kennen. Bewegung fördert Kreativität und Körperbewusstsein. Dafür geben wir den Kindern viel Platz und Raum. Der Aufenthalt im Freien gehört bei uns zum täglichen Ablauf. Auf Spaziergängen im Dorf, beim Velo fahren im Garten, beim Buddeln in unserem grossen Sandkasten oder beim Konstruieren mit Brettern, Kisten, Hölzern und Naturmaterialien können die Kinder ihrem Drang nach Bewegung im Freien nachkommen.

Ebenso geben wir dem Bewegungsdrang der Kinder auch drinnen möglichst oft während dem Tag den nötigen Raum (z.B.Gumpizimmer, Kletterburg im Gruppenraum, Matratzen). Unsere Räume können und dürfen von den Kindern umfunktioniert werden.
Dank der komfortablen Lage der Kita Kinderpunkt in den Räumlichkeiten des Altersheims Oberdiessbach finden täglich die Begegnungen zwischen Alt und Jung statt. Die Seniorinnen und Senioren sehen die Kinder beim Spielen im Garten, man begegnet auf dem Flur oder es finden kleine Besuche auf beiden Seiten statt.
Die Kinder und die Altersheimbewohner/Innen lernen dadurch aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden und erfahren gegenseitig spannende Geschichten. Einmal im Monat findet eine geplante Aktivität mit den Seniorinnen und Senioren statt, wobei gemeinsam gebastelt, gesungen, geturnt, gespielt oder vieles anderes gemacht wird.


Auch hier wird auf die Bedürfnisse beider Seiten Rücksicht genommen. Möchte ein Kind oder eine Seniorin/ein Senior keinen Kontakt, so nehmen wir dies ernst und erzwingen keine Begegnungen.
Zusätzlich finden mehrere Begegnungen im Jahr mit der Aktivierungsgruppe des Pflegeheimes Kastanienpark statt. Die Arbeit zwischen Alt und Jung wird in einem eigenen Konzept näher beschrieben.

In der Kita Kinderpunkt Kiesen stehen den Kindern, in einem eigens dafür vorgesehenen Bereich, verschiedene Naturmaterialien und «Wertlosmaterial» zur Verfügung. Unter «Wertlosmaterialien» verstehen wir z.B. Eierkartons, leere Tetrapack, Zeitungspapier, Holzreste, Toilettenpapier-Rollen, Stoffresten etc. Diese sogenannten Wertlosmaterialien sind pädagogisch sehr wertvoll, weil sich daraus tolle Sachen basteln lassen und die Kinder verschiedene elementare Sinneserfahrungen (Tasten, Hören, Riechen) machen können. Hier dürfen die Kinder kreativ sein. Das Material darf mit allen Sinnen erlebt werden. Ein Teil des Materials wird mit den Kindern gemeinsam gesammelt, wie z.B. Rosskastanien, Herbstblätter, Steine, Stöcke und vieles mehr.
Wir arbeiten mit den Eltern in Erziehungspartnerschaften. Die Eltern sind Experten für ihr Kind und werden als solche von uns ernst genommen und wertgeschätzt. Wir versuchen eine einladende, vertrauenswürdige und offene Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Eltern von Anfang an willkommen fühlen. Beide Seiten erleben das Kind in unterschiedlichen Lernumgebungen. Deshalb ist uns ein regelmässiger Austausch wichtig. Dieser findet bei der Übergabe statt (Tür-und-Angel-Gespräche) und bei Elterngesprächen, welche einmal im Jahr stattfinden. Während des Jahres gestalten wir einen Elternabend und einige Anlässe mit Eltern und Kindern.

Die Eingewöhnungen der Kinder in die Kita begleiten wir äusserst einfühlsam, sorgfältig, und aufmerksam. Diese Zeit ist eine Herausforderung für die Kinder und ihre Eltern. Wir unterstützen sie dabei sehr, z.B. indem jedes Kind eine Bezugsperson in der Kita bekommt.

Wir handhaben die Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Modell (Braukhane, Katja & Knobeloch, Janina, 2011, Das Berliner Eingewöhnungsmodell – Theoretische Grundlagen und praktische Umsetzung) und lassen jedem Kind die Zeit die es braucht, um sich in der Kita wohl zu fühlen.

Essen ist Genuss und soll vor allem Freude machen. Wir verzichten auf jeglichen Zwang und respektieren die Meinung der Kinder. Die Kinder motivieren wir mit Worten und Vorbildwirkung alles zu probieren, akzeptieren aber ihr Nein, wenn sie dies nicht wollen. Wir legen grossen Wert auf eine entspannte Atmosphäre am Tisch und sehen die Situationen als ein freudiges Gemeinschaftserlebnis.

Die Zusammensetzung der Mahlzeiten entspricht einer gesunden, ausgewogenen und saisonalen Ernährung.
Die dafür benötigten Produkte beziehen wir, wenn immer möglich, regional.

Unser Konzept verstehen wir als eine Wegleitung, die unsere Arbeitsweise und unsere Wertvorstellungen aufzeigt.
Es entwickelt sich laufend mit den Fachpersonen weiter. Es gibt immer wieder Neues zu lernen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse, welche wir einfliessen lassen. Wir werden das Eine oder Andere mit aufnehmen, vertiefen, hinterfragen und integrieren.

Leitbild

Unser Ziel

Professionelle Kinderbetreuung

Die Kindertagesstätte Kinderpunkt gehört zu den festen Angeboten der familienexternen Kinderbetreuung in der Gemeinde Oberdiessbach und den umliegenden Gemeinden.

Unser qualifiziertes Fachpersonal begleitet und fördert die Kinder altersentsprechend. Wir achten dabei auf die Individualität jedes Kindes und vertiefen die sozialen, kognitiven, sprachlichen und kulturellen Fähigkeiten.

Pädagogischer Rahmen

Den Kindern wird viel Raum für das Erforschen und Ausprobieren gegeben – sei dies mit unterschiedlichen Materialien drinnen und draussen oder auch mit ganz spezifischen Projekten zu bestimmten Themen (z. B. Jahreszeiten).

Wir legen viel Wert auf die Entwicklung zur Selbstständigkeit der Kinder. Mit der Methode der „Bildungs- und Lerngeschichten“ können Kinder in ihrem Lernen und in ihrer Entwicklung individuell begleitet werden.

Einbezug der Eltern

Die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern sind wichtig, um die Kinderbetreuung für alle Beteiligten optimal zu gestalten. Wir pflegen und fördern die Zusammenarbeit mit den Eltern durch die Tür-und-Angel-Gespräche beim Bringen und Abholen der Kinder und an den jährlichen Elterngesprächen. Elternabend, Mitgliederversammlung sowie Sommerapéro und Räbelichtliumzug bieten auch die Möglichkeit für ein gemütliches Beisammensein und den informellen Austausch.

Mehrere Generationen unter einem Dach

Mit dem Umzug der Kita in die neuen Räumlichkeiten beim Altersheim Oberdiessbach entsteht eine Verbindung über die Generationen hinweg. Aktivitäten von Klein und Gross, Jung und Alt können je nach Bedarf gemeinsam gestaltet und so für alle Generationen zum Erlebnis werden. Jede Generation kann sich dann wieder in ihre eigenen Räumlichkeiten zurückziehen, damit die persönlichen Ruhemöglichkeiten gewährleistet sind.

Ausbildung von Lernenden

In der Kita Kinderpunkt ist ein Ausbildungsplatz für eine Fachfrau / einen Fachmann Betreuung EFZ vorhanden. Während der dreijährigen Ausbildung wird die / der Lernende von einer Fachperson begleitet und individuell gefördert. Auch die Praktikanten werden professionell betreut und erhalten so eine gute Grundlage für ihre weitere Ausbildung.